Wado-Ryu Karate
Wado-Ryu Karate

Christina Gutz:

 

Die Begründung der Kernprinzipien des WadoRyu im SYR: Ten-I, Ten-Tai, Ten-Gi

Wado und TSYR Lehrgang mit Toby Threadgill (USA) und Koichi Shimura (Japan)

am 17. und 18. Februar 2018 in Berlin

 

Zwei Senseis mit Weltklasseniveau leiteten unseren Wado und TSYR Lehrgang am 17., 18. Februar 2018 in Berlin: Toby Threadgill, Kaicho und MenkyoKaidenTakamura Ha ShindoYoshinRyu,und Koichi Shimura, 7. Dan JKF Wado-Kai und JKF Wado-Kai 1stInstructor, Generalsekretär JKF Wado-Kai. 150 Teilnehmer aus 16 Nationen (Belgien, Dänemark, Deutschland,England,Finnland, Frankreich, Irland, Japan, Italien, Kanada, Niederlande, Österreich,Portugal, Schweden, Schweiz, Ungarn, USA), unter ihnen zahlreiche hohe Dan-Träger, zeugen von der internationalen Bedeutung des Lehrgangs.

Toby Threadgill und Koichi Shimura verdeutlichten die Verbindung zwischen ShindoYoshinRyu und WadoRyu[1] mittels dreier grundlegender Prinzipien des WadoRyu, die ihren Ursprung im ShindoYoshinRyu (SYR) haben: Ten-I, Ten-Tai und Ten-Gi.Das Zusammenwirken dieser drei Prinzipien wird im TSYR I-Tai-Gi und im WadoRyu San-Mi-Ittai genannt.

 

I-Tai-Gi und San-Mi-Ittai

Toby Threadgill erläuterte und demonstrierte I-Tai-Gi zunächst an grundlegenden Übungen. So ließ er beispielsweise die Teilnehmer ihren Partner mit einem geraden Fauststoß angreifen. Der Verteidiger hatte die Aufgabe, sich vom Angriff wegzubewegen und seine Position zu verändern, damit er sicher ist, der Angreifer aber nicht = Ten-I. Dabei drehte der Verteidiger den Körper so, dass er eine günstige Position zum Angreifer einnahm, eine geringere Angriffsfläche bot und gleichzeitig mehr Schärfe in die Bewegung brachte = Ten-Tai. Ten I und Ten Tai wurden nun genutzt, um mit dem Konter den Angreifer aus der Balance zu bringen und ihn zu kontrollieren = Ten-Gi. Toby Threadgill führte die Teilnehmer von diesen Grundübungen zu ausgewähltenPartnerkata des TSYR,u. a. TeHodoki (Befreiung aus einer Handgelenksumklammerung), TachiaiTedoriKuzushi (Partnerkata, aus denen Hironori Otsuka die Kumite Gata abgeleitet hat) und die TSYR Kata Kinukuguri (aus ihr entwickelte Otsuka KihonKumite 10). Toby Threadgill vermittelte den Teilnehmern hierbei auch, dass I-Tai-Giimmer in Zusammenhang mit weiteren Prinzipien wie Entspannung und ChushinTadasu (korrekter Körperstruktur), Maai und Sente stehen.

Koichi Shimura begann seinen Unterricht mit Kihon, da Kihon im WadoRyu am wichtigsten ist und präzises Üben Voraussetzung für ein gutes Karate ist. Wie Toby Threadgill war es Koichi Shimura wichtig, dass die Teilnehmer eine korrekte Körperstruktur haben, aus der Entspannung arbeiten, auf richtiges Maai achten und sich bewusst sind, dass auch aus einer Verteidigungsposition mit Sente agiert wird. Die Präzision des anfänglichen Kihon übertrug Koichi Shimura auf die WadoRyu Kata und KihonKumite 1 – 10. Am Beispiel von KihonKumite 1 erläuterte er explizit die Prinzipien von San-Mi-Ittai: Auf den erstenTsukiJodan des Angreifers reagiert der Verteidiger mit einer knappen seitlichen Ausweichbewegung des gesamten Körpers = Ten-I und der gleichzeitig erfolgenden Rotation der Körpermitte = Ten-Tai sowie Ude Nagashi Uke rechts = Ten-Gi. Der GyakuTsukiChudan des Angreifers wird ebenfalls durch eine seitliche Ausweichbewegung des gesamten Körpers = Ten-Isowie einersimultan erfolgenden Rotation der Körpermitte = Ten-Tai und einer gleichzeitigen abwehrenden Armbewegung rechts undUra-Tsukilinks  = Ten-Gi gekontert. Die Prinzipien Ten-I, Ten-Tai und Ten-Giarbeitete Koichi Shimura auch bei KihonKumite 2 – 10 immer wieder heraus. Insbesondere konnten die Teilnehmer so KihonKumite 10 des WadoRyu unmittelbar mit Kinukuguri des TSYR vergleichen und die gemeinsame Schnittmenge der Prinzipien von WadoRyu und TSYR erfahren.

Dank des direkten Bezugsdes Trainings von Koichi Shimura und Toby Threadgill wurde den Teilnehmern deutlich, dass Hironori Otsuka die Prinzipien I-Tai-Gi aus dem SYR in das WadoRyu als San-Mi-Ittai übertragen hat:

SYR: „I-Tai-Gi wird übersetzt als Bewegung, Körperposition, Technik. Es steht in Beziehung zu Kuzushi, Tsukuri, Kake (aus dem Gleichgewicht bringen, überlegene Position, Ausführung). I-Tai-Gi stammt aus dem Kenjutsu. Kuzushi, Tsukuri, Kake sind aus dem Taijutsu.“ Toby Threadgill

Wadoryu: Ten-I = Verändern der Position oder ein knappes Wegbewegen vom Angriff, Ten-Tai = Drehen und Wiederausrichten des Körpers, um so eine günstige Position zum Angreifer einzunehmen und eine geringe Angriffsfläche zu bieten,Ten-Gi = Ausführen der Technik.

 

Viel Anerkennung hatten die Teilnehmer auch für das methodisch-didaktische Vorgehen von Koichi Shimura und Toby Threadgill. Zudem schufen beide eine entspannte und konzentrierte Lernatmosphäre mit individuellen Hilfestellungen und Korrekturen sowie einem strukturierten Trainingsablauf, der auch an die jeweilige Teilnehmergruppe angepasst wurde.

 

Wado und TSYR – Gemeinsamkeiten und Freundschaften

Ten-I, Ten-Gi, Ten-Tai sind Prinzipien, die im SYR ihren Ursprung haben und von Hironori Otsuka ins Wado übertragen wurden. I-Tai-Gi und San-Mi-Ittai verdeutlichen exemplarisch die gemeinsame Schnittmenge und darüber hinaus die historisch begründete Verbundenheit zwischen TSYR und WadoRyu. Toby Threadgill als Kaicho und MenkyoKaiden des TSYR und Koichi Shimura als einer der höchsten Repräsentanten des JKF Wado-Kai garantieren ein ausgezeichnetes inhaltliches Niveau und eine Kooperation auf hoher offizieller Ebene. Dieser Austausch und das freundschaftliche und offene Miteinander aller Teilnehmer bekräftigt die Gemeinsamkeiten zwischen Wado und TSYR: Alte Freundschaften wurden gestärkt und neue geschlossen. 

 

Wiedersehen 2019 in Berlin

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim Wado und TSYR Lehrgang mit Toby Threadgill und Koichi Shimura am 23. und 24.Februar 2019 in Berlin.

 

[1] „Takamura Ha ShindoYoshinRyu (TSYR) ist eine Koryu-Schule und gehört zu den traditionellen japanischen Kampfkünsten, die vor dem Beginn der Meiji Restauration 1868 entstanden. Karate gehört zum Gendai Budo, zu den Kampfkünsten, die nach 1868 in Japan entwickelt wurden. Das von HironoriOtsuka (1892 – 1982) 1934 gegründete WadoRyu ist also dem Gendai Budo zuzurechnen. Im Unterschied zum Okinawa-Karate, das auf Selbstverteidigung basiert, beruht WadoRyu auf Sente, auf Angriff und Initiative. HironoriOtsuka war im klassischen Budo ausgebildet und transferierte sein Wissen aus dem ShindoYoshinRyu in das WadoRyu.Toby Threadgill veranschaulichte dies bildhaft: Otsuka nahm das Okinawa Karate, entfernte dessen Kernprinzipien und setzte die Kernprinzipien des ShindoYoshinRyu ein. So übertrug er das Wissen des Koryu in das WadoRyu. Koichi Shimura repräsentiert als Generalsekretär auf höchster Ebene JKF Wado-Kai und steht somit in direkter Beziehung zu dem Erbe Otsukas.“

Christina Gutz: Ein wegweisender Lehrgang mit Toby Threadgill (USA) und Koichi Shimura (Japan) am 18. und 19. Februar 2017 in Berlin: Die Verbindung zwischen WadoRyu und TSYR. https://www.jkfwadokaisohonbu.de/

 

 

 

Überschrift

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Hieu-Minh Tran-Sensei aus Paris zu Besuch beim JKC Kümmersbruck (Wado-Ryu Karate-Do)

Besuch des hochgradigen Lehrers (7.Dan-Renshi) in Deutschland

 

 

Inzwischen sind die Lehrgänge von Tran-Sensei beim JKC Kümmersbruck ein regelmäßiges  Angebot in der Welt des Wado-Ryu-Karate. Daher freute sich Josef Summerer vom Judo- &Karateclub Kümmersbruck e.V., Sensei Hieu-Minh Tran aus Paris auch im 27. und 28.10.2017 wieder zu einem großen Karate-Lehrgang im Vereinsheim (Dojo) des JKC-Kümmersbruck einladen zu können.

 

Sensei Tran nahm eine weite Anreise in Kauf, um im Kümmersbrucker Dojo ca. 50 interessierte und hochmotivierte Karatekas in der Stilrichtung Wado-Ryu zu unterrichten. Das große Interesse zeigte sich auch durch die Anreise von Schülern aus ganz Deutschland. Sensei Tran begann bereits vor über 40 Jahren diese einzigartige Kampfkunst zu trainieren und erwarb sein Wissen unter anderem von Shiomitsu-Sensei sowie Otsuka-Sensei. Inzwischen ist Tran-Sensei ein weltweit bekannter Trainer der regelmäßige Seminare in allen Teilen der Welt anbietet.

 

Tran-Sensei zeigte in beeindruckender Weise in einem zweitägigen Seminar die Faszination des Wado-Ryu-Karate auf.

 

Beim diesjährigen Seminar legte er großen Wert auf Basisübungen. So machte er deutlich, dass auch Schwarzgurte nach jahrelangem Training immer wieder zu den Wurzeln zurückkehren sollten um die Techniken zu verfeinern. Nach dem Motto „Back to the roots“ betonte er die Wichtigkeit der absolut korrekten Ausübung der Techniken.  Auch auf das richtige Zusammenspiel zwischen Spannung und Entspannung wurde sehr viel Wert gelegt. Dies zeigte er durch Beispiele anhand des Yin-Yang Prinzips auf und veranschaulichte dies in verschiedensten Übungen. 

 

In der letzten Einheit gab Tran-Sensei konkrete Anleitungen zum Tanto-Dori, der sogenannten „Messer-Abwehr“.

In verschiedensten Übungen machte er deutlich, wie wichtig besonders bei der Abwehr eines Messers das  richtige Timing und eine korrekte Körperbewegung sind.

Auch eine gewisse körperliche Fitness und Beweglichkeit sind für einen Karateka unerlässlich. Tran-Sensei unterstrich dies auch dadurch, indem er während der Karate-Übungen immer wieder kleine Sequenzen mit Dehn- und Kräftigungsübungen einbaute.

 

Während der Pausen wurden die Teilnehmer in gewohnter Weise mit Kaffee und Kuchen versorgt und beim gemeinsamen Abendessen gab es natürlich auch Zeit für das ein oder andere „Fachgespräch“.

 

Die Teilnehmer zeigten sich wieder überaus begeistert von dem Seminar und so ist es eine große Freude, Tran-Sensei auch im März 2018 wieder in Kümmersbruck begrüßen zu dürfen.

 

Kümmersbruck, 28.10.2017

Tina Schmid

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© Dr. Marie-Luise Weber